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  • AutorenbildFranziska Stebler

Verantwortung übernehmen ist eine Entscheidung

Aktualisiert: 31. Dez. 2023

Verantwortung übernehmen ist eine Entscheidung. Dabei ist es nicht relevant, was passiert, sondern wie wir darauf reagieren. Fallen wir in eine Opferhaltung und Leugnen, Beschuldigen oder Schämen uns. Oder übernehmen wir Verantwortung, in dem wir die Situation wahrnehmen, annehmen und ins Handeln kommen? Dieser Prozess kann von jedem Menschen bewusst gesteuert werden. Es braucht dazu das Wissen über diesen Prozess, die Achtsamkeit im Moment und den Willen zur Veränderung. Diese drei Energien geben uns die Macht, uns bewusst zu verändern.


Christopher Avery hat den "The Responsibility Process" ausführlich in seinem Buch beschrieben. Daraus ist fundiert anhand von Studien und langjähriger Analyse des Verhaltens von Menschen ausgearbeitet, dass das Übernehmen von Verantwortung, bzw. die Zurückweisung dessen einem eigenen Regelwerk und daraus resultierenden Ebenen von Problemerleben folgt. Der Kernpunkt besteht darin, dass Verantwortlichkeit zurückgewiesen und durch eine chronische Opfermentalität ersetzt wird. Damit versucht man die wirklichen Anforderungen zu vermeiden, indem man die inneren Widerstände auf die äussere Welt projiziert. Diese äussere Welt kann dann leicht beschuldigt werden, die "Ursache" zu sein.


Nur wenn wir Verantwortung (im inneren und äusseren Leben) übernehmen, können wir Entwicklungsprozesse aktiv gestalten und uns weiterentwickeln. Deshalb ist das Bewusstsein für diesen Verantwortlichkeitsprozess und die Reflexion des eigenen Verhaltens gegenüber diesen Ebenen ein Entwicklungsbooster.


Gehen wir davon aus, dass in unserem Leben eine beliebige Situation eintritt. Jetzt werden die Weichen gestellt. Gelingt es uns, in der Ruhe bewusst zu entscheiden, oder weichen wir aus und verfallen in die Opferhaltung?



Haben wir uns für die Vermeidungsstrategie entschieden, somit die Opferhaltung eingenommen, nehmen wir stets eine Bewertung der Situation vor.



Da wir uns der Situation nicht stellen wollen, leugnen wir sie. Wir wenden die Vogel-Strauss-Methode an, stecken den Kopf in den Sand und ignorieren das Problem. Irgendwann sehen wir ein, dass wir das Problem durch Wegschieben oder Ignorieren nicht loswerden, also sollen andere das Problem für uns lösen. Wir rechtfertigen uns und geben anderen Menschen oder den Rahmenbedingungen die Schuld. Der andere Mensch oder die Umstände müssen sich ändern, dann ist das Problem gelöst.


Ok, jetzt sehen wir langsam ein, dass das Problem bei uns liegt. Die Scham mit der Botschaft "Ich bin nicht richtig" zeigt auf, dass wir uns selbst verurteilen und die Schuld bei uns suchen. Wir bleiben weiterhin im Problem kleben, einfach mit vielen negativen Gefühlen und Gedanken.


In Aufgeben fühlen wir uns nicht verantwortlich, ziehen uns aber auch nicht aktiv zurück, sondern geben auf und stellen uns tot, beispielsweise im 20sten sinnlosen Teammeeting – statt Verantwortung zu übernehmen und zu klären, was besser getan werden kann. Hier passt der Satz „Nicht entscheiden ist auch eine Entscheidung!“ Aufgeben ist in der Opferhaltung immer eine Option.


In Verpflichtung fühlen wir uns irgendwie verantwortlich, aber wir leiden uns da durch. Wir tun es, weil wir es tun müssen. Und das ist sehr energieraubend. Wie fühlt sich eine Liste an, auf der jeder einzelne Punkt anfühlt nach „ich muss … ich muss … ich muss …“? Die Anforderungen von aussen bestimmen den Tag, und nehmen uns die Kontrolle. Keine kraftvolle Position. Den unser Herz ist nicht mit dabei, es fühlt sich nicht stimmig an.


Verantwortung übernehmen

Die Übernahme von Verantwortung schliesst alles, was in uns passiert sowie das direkte Erleben im aussen, mit ein. Es heisst nicht, zu 100 % für den Weltfrieden verantwortlich zu sein, sondern in unserem Gestaltungsraum wirksam zu sein.

Entscheidend ist, nicht direkt in die Bewertungsfalle zu fallen, sondern die Situation wertfrei wahrzunehmen. (Ausser es geht um Leben und Tod, dann bitte sofort handeln). Wahrnehmen, mit allen Sinnen sowohl die Situation als auch deren Kontext.


Durch Annehmen der Situation, sprich akzeptieren, was jetzt gerade ist, integrieren wir sie in uns ein. Wir betrachten, wie unser Denken, Fühlen und Wollen auf die Situation reagiert. Dies erfordert Mut, Geduld und Demut und Mitgefühl. Mit sich und mit den anderen.


Jetzt beginnt der Denk- und Fühl-Prozess, welche nächsten Schritte der Situation und den Beteiligten und Betroffenen guttun. Bevor wir ins Handeln kommen.


Schon beim Lesen dieser Zeilen fühlt man, in welcher Kraft und Klarheit dieser Prozess der Verantwortungsübernahme stattfinden kann.


Dieser positive Lernprozess der Verantwortungsübernahme schützt uns vor Fehler nicht. Sie sind die natürliche, unpersönliche Folge von Lernen und Entwickeln und daher unvermeidlich. Es ermöglicht aber, in der Kraft, Entscheide zu treffen und daraus zu lernen. Und das Schöne ist, solche Situationen treffen wir im Leben, ja in einem Tag, x-mal an. Ergreifen wir beim nächsten Mal die Chance ins ruhige Handeln zu kommen. Starten wir jetzt, in diesem Augenblick.



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