top of page
  • AutorenbildFranziska Stebler

Lass Heilung geschehen

Aktualisiert: 15. Jan.

In unserem Leben erfahren wir diverse Situationen, die für uns schwierig, schmerzhaft und verletzend sind. Diese Verletzungen in der Seele können uns jahrzehntelang Schmerzen und Qualen bereiten. Und immer, wenn wir mit unseren Gedanken aus Schuld, Scham oder Selbstvorwürfen zu diesen Situationen zurückreisen, erleben wir sie nochmals durch, spüren wieder diese Emotionen in unserem Körper und reissen dadurch die Wunden in der Seele wieder auf. Damit eine Heilung dieser Wunden geschehen kann, habe ich für mich das hawaiianische Heilungsritual Ho oponopono entdeckt.


Es unterstützt mich dabei, meinen Schmerz anzunehmen, und mir und anderen zu vergeben. Wobei es nicht relevant ist, ob die andere Person physisch anwesend ist, ja ob sie überhaupt noch lebt. In diesem Prozess kann eine tiefe Heilung stattfinden, die ich selbst mehrmals erlebt habe. Die Heilung zeichnet sich bei mir dadurch aus:


  • Ich reise nicht mehr immer wieder automatisch mit meinen Gedanken zu diesen schmerzvollen Situationen.

  • Ich kann die Situation mir und anderen gegenüber ansprechen. Dabei empfinde ich Ruhe und Stille, ich bleibe in meiner Kraft, die Schmerzen sind verschwunden.

  • Ich kann an die Person denken, die mir den Schmerz zugefügt hat, und in mir ist und bleibt Frieden. Ich habe der Person verziehen.

  • Ich kann auf die andere Person zugehen und sie um Verzeihung bitten.

  • Ich würdige die Menschlichkeit und Verletzlichkeit in allem, auch in mir.

  • Ich kann dankbar sein, dass ich dank dieser Erfahrung lernen und wachsen durfte.

  • Ich sehe das Leiden als Teil von etwas Grösserem.


Es hilft mir, die Vergangenheit, die nur noch in meiner inneren Welt lebt, loszulassen. Und vorwärts zu leben, mich ganz dem gegenwärtigen Moment hinzugeben. Mein Leben auf die Gegenwart und die Zukunft auszurichten.


Ablauf

Das Heilungsritual erfolgt in sechs Schritten:


  1. Denke an die Person, mit der du etwas klären möchtest – diese Person kannst natürlich auch du selbst sein. In den meisten Fällen sind andere ohnehin nur wie ein Spiegel für uns und es geht vielmehr darum, was sie in dir auslösen und was davon in dir gelöst werden will. Es ist nicht relevant, wo sich die Person aktuell befindet oder ob sie noch lebt.

  2. Benenne das Thema ganz deutlich, z.B. „Ich bin wütend über …“. Das muss sich nicht zwingend auf eine Person beziehen, sondern kann auch „auf der Arbeit“ sein oder ähnliches. Wo spürst du dieses Thema in deinem Körper? Lege die Hände auf dein Herz, es unterstützt dich, mit dir in Verbindung zu kommen.

  3. „Es tut mir leid (, dass …)“. Sprichst du diesen Satz aus, erkennst du an, dass du etwas getan hast, was nicht richtig war – du übernimmst Verantwortung. Vielleicht hast du die Situation nicht per se verursacht, aber zumindest dazu beigetragen, dass sich bisher noch nichts verändert hat.

  4. „Bitte verzeih mir (, dass …) (... wenn ich dich oder andere bewusst oder unbewusst verletzt habe).“ Auf eine Entschuldigung folgt die Bitte um Vergebung: dir selbst oder anderen. Die Vergebung ist das grösste Geschenk, dass du dir und anderen machen kannst. Es öffnet dein Herz für Mitgefühl.

  5. „Ich liebe dich (und ich liebe mich, auch wenn …).“ Durch diesen Satz schenkst du dir und/oder der anderen Person oder Situation deine bedingungslose Liebe. Diese Liebe bleibt unberührt davon, welche Konflikte dazwischen stehen. Du anerkennst das zutiefst menschliche und verletzliche in dir und in der anderen Person.

  6. Danke (dass ich das Problem erkennen und heilen durfte).“ Dieser Schritt gehört fest in das Vergebungsritual, denn die Wertschätzung der Vergebung ist ein wichtiger Aspekt auf dem Weg zum Loslassen. Du und/oder die andere Person oder Situation hat dir einen grossen Beitrag geleistet: Du durftest lernen und wachsen. Danke auch dir selbst, dass du dir den Raum und die Zeit dafür gegeben hast.


Meine Anwendung des Heilungsrituals

Zur Anwendung des Heilungsrituals gehe ich oft allein spazieren und höre dazu das Audio "Lass Heilung geschehen." Das Ritual dauert sicher 40 Minuten. Wobei auch das Nachfühlen, nach dem Audio, Platz haben sollte. Sicher gibt es viele weitere wunderbare Möglichkeiten, das Ritual anzuwenden.


Entscheidend ist, mich ganz auf den Prozess einzulassen. Dies beginnt damit, dass meine Aufmerksamkeit nur bei diesem Heilungsritual ist. Und im Ritual werden Gefühle spürbar werden, die darf ich wahrnehmen und annehmen. Nicht wegdrücken und ignorieren, ansonsten findet die Heilwirkung nicht statt. Mutig und ehrlich mit mir selbst bleiben. In meiner Erfahrung ist die Angst vor den Gefühlen meistens grösser und schwieriger, als das Gefühl selbst.


Zu einer tieferen Verletzung kann es helfen, das Ritual mehrmals anzuwenden. Ich beispielsweise habe in der Familie Übergriffe erlebt, die mein Leben und vor allem unser Familienleben massgeblich gestaltet haben. Zu diesen Vorkommnissen musste ich sicher 10 x das Ritual über mehrere Wochen verteilt durchführen, bevor ich überhaupt in die Nähe von Mitgefühl und bedingungsloser Liebe gekommen bin. Ich will sagen, es braucht manchmal Zeit und mehrere Anwendungen, bis die Heilung da ist. Gib nicht gleich bei erstem Mal auf!


Interessant zu wissen

In den Vereinigten Staaten ist Ho oponopono inzwischen eine anerkannte Therapieform. Dies ist vor allem den Bemühungen des aus Hawaii stammenden Arztes Dr. Hew Len zu verdanken.



Folgen für mehr Inspiration






21 Ansichten0 Kommentare

Ähnliche Beiträge

Alle ansehen

Sorgen loslassen

Kommentare


bottom of page