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  • AutorenbildFranziska Stebler

Die Kraft von Lego in sozialen Prozessen

Aktualisiert: 3. Dez. 2023

In unserer täglichen Arbeit sei es als Teammitglied in einem (agilen) Team, Führungskraft oder Projektleitende sind wir immer sozialen Prozessen unterworfen.


Wir interagieren mit mehreren anderen Menschen in ihren Rollen, mit dem Ziel, gemeinsame eine Aufgabe zu bewältigen. In diesen Prozessen ist es elementar, dass wir uns (nicht) nur mit sichtbaren, fachlichen und sachlichen Themen beschäftigen, sondern auch die unsichtbaren, zwischenmenschlichen, ja sogar die persönlichen Komponenten in die Prozesse miteinbeziehen. Dies ermöglicht uns, neue Tiefen und Qualitäten in der Zusammenarbeit sowie auch in den Ergebnissen zu erreichen.


In Teamentwicklungen, Konfliktworkshops und Retrospektiven, bei denen eine Erforschung dieser unsichtbaren Phänomene wie Zwischenmenschliches (Beziehungen) und persönliches im Vordergrund stehen, eignet sich Lego als Prozessbegleitung hervorragend. Auch in einem Visionsworkshop, wo nebst sachlichen Themen ein hoher Grad an Kreativität gefragt ist (aus dem Unsichtbaren gemeinsam die Vision schöpfen) ist Lego sehr hilfreich.


Lego Serious Play ist die Methode, wie unter Anleitung mit Legosteinen aus diesem unsichtbaren Raum Elemente geschöpft werden können. Wir nennen das auch "Mit den Händen denken". Der gewohnte Denkprozess mit dem Gehirn wird bewusst in den Hintergrund gerückt und ein Agieren aus einer anderen Quelle - dem Unterbewusstsein - tritt in den Vordergrund.


Lego Serious Play läuft so ab:

  1. Von der Moderatorin wird eine Frage gestellt.

  2. Jetzt dürfen die Teilnehmenden bauen. Sie bauen, möglichst, ohne gross zu überlegen. Es wird bewusst wenig Zeit (2 - 6 Minuten) zur Verfügung gestellt. Während dem Bauen wird nicht gesprochen.

  3. Sobald die Zeit abgelaufen ist, beenden alle ihre Kunstwerke.

  4. Jetzt geht der weisse Zeigestock (vorne im oberen Bild) reihum und jede Person erklärt den anderen im Raum, was sie gebaut hat. Bei diesen Schilderungen weiss der Erzählende oft im Voraus gar nicht, was er / sie erzählen soll. Das Wort entsteht direkt im Prozess. (Das braucht zu Beginn etwas Mut.) Es dürfen Klärungsfragen gestellt werden. Im Sinn: "Die zwei Bäume in der Mitte, was bedeuten sie?".

  5. Es findet eine gemeinsame Reflexion statt. (Gibt es Muster? Was fällt mir auf, wenn ich die Ergebnisse betrachte?).

  6. Falls gewünscht, können jetzt die einzelnen Bauten (pro Person eine) zu einem grösseren Ganzen zusammengefügt werden. Zum Beispiel mit der Frage: "Du hast gebaut, welche Stärken und Schwächen du hast. Was von dir kannst du jetzt zum Team-Ziel beitragen? Wähle deine Teile aus und fügt sie gemeinsam zu einem grossen Ganzen".

Falls grössere Elemente wie Visionen, Teambilder etc. dann auf dem Tisch liegen, können gemeinsam die elementaren Attribute benannt werden. Die Moderatorin macht sie mit Post-its sichtbar. Diese dienen dann zum Beispiel zum Definieren einer Teamvision.


Ich durfte bereits einige Workshops mit Legos durchführen. Meine Erfahrungen dazu sind:

  • Lego ist ein wunderbares Werkzeug. Es weckt das Kind in uns und die Freude am Spielen und Experimentieren!

  • Mal mit Lego gestartet, gibt es ganz viele Menschen, die dann während dem Workshop die Hände nicht mehr vom Lego wegnehmen können.

  • Da wir aus anderen Ebenen Informationen schöpfen, sind die Ergebnisse von einer einzigartigen Qualität.

  • Lego verleitet dazu, viel von sich preiszugeben. Hier ist Achtsamkeit und ein geschützter Rahmen von der Moderatorin sowie dem Auftraggeber gefragt.

  • Lego funktioniert sogar virtuell. Zu Corona-Zeiten haben wir Lego für die Supervision angewendet. Hat ebenfalls sehr gut funktioniert. (Vorausgesetzt, alle haben Lego zu Hause 😀).

  • Die Anreise zu einem Lego-Workshop ist anstrengend für mich (mit einem grossen Koffer), das Resultat ist aber die Mühe allemal Wert!



Als Nächstes möchte ich gerne Lego in einem Konfliktworkshop oder einer Mediation anwenden. Es wird spannend, diese zwei Methoden zu verheiraten und etwas Grösseres daraus entstehen zu lassen. Ich freue mich heute bereits auf das Experiment!


Falls bei dir ein Workshop zu Teamentwicklung, Vision, Konfliktlösung ansteht und du Lust etwas Neues hast: Melde dich bei mir. Ich komme sehr gerne mit dem grossen Koffer vorbei 😍!


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