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  • AutorenbildFranziska Stebler

Mentales Spielfeld erforschen

Aktualisiert: 10. Jan.

Die Qualität unseres Lebens hängt davon ab, auf welchem Spielfeld es stattfindet. Wie gross ist das Spielfeld? Was ist innerhalb und erlaubt? Was ist ausserhalb? Was bildet die Grenze dieses Spielfeldes? Welches Spiel wird gespielt?


Ich habe erlebt, wenn ich mein Spielfeld erforsche, insbesondere die Grenzgebiete, lerne ich viel über mich. Zusätzlich ist es mir mit dieser forschenden Haltung möglich, mein Spielfeld und das Spiel bewusst zu gestalten.


Viele Dinge auf unserem Spielfeld werden in unserer Kindheit definiert, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Die Familie, die Schule und die Gesellschaft formen es. Auch als erwachsener Mensch habe ich ganz lange dieses Spielfeld als gegeben hingenommen. Und mich weiter durch die Aussenwelt definieren lassen.


Dank vieler wertvollen Bücher wie "The Work" von Katie Byron und "Ich will ja loslassen, doch woran halte ich mich fest" von Ina Rudolph und meiner forschenden, lernenden Haltung habe ich in den letzten Jahren einige Gebiete meines Spielfeldes umgestaltet.


Gerne teile ich eine meiner Forschungen: Letzte Woche sass ich im Zug und habe meine Gedanken schweifen lassen. Plötzlich hat meine innere Stimme mitten in diesem inneren Dialog gesagt "Ich darf anderen keine Umstände machen". So zum Abbinden von Forderungen und Wünschen, die ich innerlich geäussert habe. Zum Glück war meine innere Beobachterin aktiv und hat diesen Satz registriert. Ich bin zutiefst erschrocken, dass ich das so zu mir gesagt habe. Und habe gespürt, dass dieser eine Satz in meinem Leben bis jetzt eine wichtige Grenze dargestellt hat. Eine grosse Traurigkeit ist erschienen, weil ich gespürt haben, wie dieser Glaubenssatz mich bis heute eingeschränkt hat. Dank Selbst-Empathie und einer grossen Portion Dankbarkeit, bin ich wieder zurück in meine Kraft gekommen.


In aller Ruhe habe ich jetzt diesen Glaubenssatz mit den Fragen von "The Work" erforscht.

  • Ist das wahr?

  • Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass es wahr ist?

  • Wie reagiere ich, was passiert, wenn ich diesen Gedanken glaube?

  • Was wäre ich ohne diesen Gedanken?

  • Was ist die Umkehrung davon?

  • Was will ich stattdessen glauben?

Ich bin bei dieser Arbeit in meine Vergangenheit gereist und habe viele Situationen entdeckt, in denen dieser Glaubenssatz Wirkung gezeigt hat. Ich habe auch erforscht, woher der Glaubenssatz stammt. Ohne diesen Glaubenssatz kann ich mehr zu mir selbst stehen, mich mehr zeigen. Weniger beim Gegenüber sein, mehr bei mir. Mehr Raum für mich einnehmen. Ich will den Glaubenssatz überschreiben mit "Ich nehme meinen Raum ein und stehe zu meiner Wahrheit." Das fühlt sich gleich weiter an, weniger einschränkend, freier, offener. Ich spüre viel Freude, wenn ich mir diesen neuen Glaubenssatz bewusst mache.


Jetzt rufe ich mir diesen neuen Glaubenssatz immer mal wieder auf Spielfeld und bin besonders achtsam, ob der "alte" Glaubenssatz noch wirkt. Dies ist ein mehrwöchiger Prozess. In meiner Abend-Reflexion nehme ich mir bewusst auch Zeit, diesem Grenzgebiet nachzuforschen und die Ereignisse des Tages mit dieser Perspektive zu betrachten. So hebe ich dieses Grenzgebiet vom unbewussten in den bewussten, gestaltbaren Raum. Mit dem Wissen, dass ich dadurch mein Leben stimmiger gestalten kann.


Ich bin dankbar, dass ich diese Möglichkeit zur bewussten Gestaltung meines Lebens entdeckt habe.


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